Ökostrom mit Umweltnutzen durch Ökostromlabel finden.

Seit dem Reaktorunglück in Fukushima ist das Umweltbewusstsein der Deutschen gestiegen, was vor allem an den ansteigenden Kundenzahlen bei den vier großen Ökostromanbietern in Deutschland zu sehen ist. Alleine beim Anbieter Lichtblick stieg die Kundenzahl unmittelbar nach dem Reaktorunglück von 8.000 auf über 70.000 Kunden an. Damit wird auch der Wunsch der Deutschen nach der Energiewende und die damit verbundene Abschaffung der Kernenergie deutlich.

Aus diesem Grund haben sich in den Folgejahren viele konventionelle Stromanbieter dazu entschlossen, Ökostromtarife in ihr Angebot mit aufzunehmen. Doch nicht jeder Ökostromtarif bringt auch einen zusätzlichen Umweltnutzen mit sich. Oft wird mit Herkunftsnachweisen getrickst und am Ende fließt konventioneller Strom durch die Leitung. Das geht deshalb, weil der Begriff „Ökostrom“ in Deutschland nicht einheitlich definiert und geschützt ist.

Insbesondere konventionelle Stromanbieter tricksen bei ihren Ökostromtarifen gerne. Mit Hilfe von Herkunftsnachweisen, die frei gehandelt werden können, kann konventioneller Strom in Ökostrom umetikettiert und ganz legal als solcher beworben und vertrieben werden. Dadurch steigt der Anteil erneuerbarer Energien im deutschen Strom-Mix nicht und der Ausbau regenerativer Anlagen wird nicht gefördert. Deshalb ist es wichtig einen Ökostromtarif zu wählen, der einen zusätzlichen Umweltnutzen mit sich bringt. Folgende Label garantieren einen solchen Effekt.

Deutsche Ökostromlabel und Gütesiegel

• Grüner Strom-Label
• Ok-power

Besonders strenge Anforderungen an den Ökostrom und die Stromanbieter - und damit die höchste Aussagekraft - hat das Grüner Strom-Label. Es ist das einzige Ökostromlabel, das von Umwelt- und Naturschutzorganisationen getragen wird und bei dem eine physische Lieferung des Ökostroms nachgewiesen werden muss. Wie beim Grüner Strom-Label muss sich der Anbieter auch beim Gütesiegel von Ok-power dazu verpflichten einen Teil der Einnahmen durch den Verkauf von Ökostrom in neue Ökostromprojekte fließen zu lassen, um den Ausbau und die Integration erneuerbarer Energien aktiv zu fördern. Ebenfalls gut aber nur bedingt hilfreich sind die folgenden Zertifikate

• TÜV NORD Zertifikat
• TÜV SÜD Zertifikat

Auch hier muss der zertifizierte Stromanbieter zwar nachweisen, dass der Strom aus erneuerbaren Quellen stammt, hierzu reichen jedoch entsprechende Herkunftsnachweise aus erneuerbaren Energien Anlagen aus dem europäischen Ausland. Eine physische Lieferung von Ökostrom oder eine Neuanlagenförderung ist nicht verbindlich und die Zertifizierung wird nicht durch Umwelt- oder Naturschutzorganisationen überwacht.

Neben den Ökostromtarifen der konventionellen Stromanbieter gibt es Ökostromanbieter wie Greenpeace Energy, Lichtblick, Naturstrom, die EWS Schönau und Enspire Energie die bundesweit ausschließlich Ökostrom vermarkten. Mit dem Grüner Strom-Label sind Naturstrom und Enspire Energie ausgezeichnet.

Informationen zu den Gütesiegeln

Das Grüner Strom-Label
Vergabestelle:
Grüner Strom Label e.V.
Träger: NABU, BUND und andere Umwelt- und Naturschutzorganisationen
Gründungsjahr: 1999 durch EUROSOLAR
Hauptkriterien: 100 Prozent Ökostrom direkt vom Produzenten, Investitionen in neue Ökostromprojekte mit einem Cent pro verkaufter Kilowattstunde Ökostrom

Das Gütesiegel von Ok-power
Vergabestelle:
EnergieVision e.V.
Träger: Öko-Institut und Verbraucherzentrale NRW
Gründungsjahr: 2000
Hauptkriterien: 100 Prozent Ökostrom, Investitionen in neue Ökostromprojekte die nachweislich zu einem kontinuierlichen Ausbau erneuerbarer Energien beitragen

Zertifikate des TÜV SÜD/TÜV NORD
Vergabestelle:
TÜV SÜD AG/TÜV NORD AG
Träger: TÜV
Hauptkriterien: 100 Prozent Ökostrom (bei manchen Variationen darf ein gewisser Anteil an Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung vorhanden sein), Investitionen in neue Projekte

Die verschiedenen Kriterienkataloge der Vergabestellen sind hier einsehbar:

• Kriterienkatalog Grüner Strom-Label
• Kriterienkatalog Ok-power
• Kriterienkatalog TÜV NORD
• Kriterienkatalog TÜV SÜD

Weitere Informationen zu Ökostrom-Gütesiegeln gibt es unter Energieinitiative.org.