Gewinner des Enspire Award 2014: Ingenieure ohne Grenzen e.V.

Gewinner des Enspire Award 2014 ist die Organisation Ingenieure ohne Grenzen e.V. Das Projekt Entwicklung der WIL 250 Kleinstwasserkraftanlage mit Pilotanwendung in Kamerun der Regionalgruppe Regensburg konnte die Jury insbesondere durch den Open-Source-Gedanken, die sehr gute Vorbereitung, die Einbindung lokaler Akteure sowie nachhaltige Ansätze bei Schulung und Projektdurchführung (Verwendung lokal verfügbarer Materialien und Fertigung vor Ort) überzeugen. Insgesamt wurden 16 meist sehr gute Projekte eingereicht, so dass der Jury die Auswahl des Preisträgers nicht leicht fiel.

  • Entwicklungszusammenarbeit Kamerun
  • Water is Ligth 250

Quelle: Ingenieure ohne Grenzen e.V.

Projektbeschreibung: Die Kleinstwasserkraftanlage WIL 250 wurde in Deutschland im Rahmen einer ersten Projektphase entwickelt und erprobt. Nun soll eine Pilotanwendung in Kamerun erfolgen, um die Eignung der Anlage hinsichtlich Technik, Material, Werkzeuge und Bauanleitung zu prüfen. Das neu entwickelte PicoHydro-System mit einer max. Leistung von 250 Watt kann den Strombedarf in kleinen Wohneinheiten decken. Bei der Anlage handelt es sich um eine Niederdruckturbine, die zum Betrieb geringe Fallhöhen (ab 1,5-3m) benötigt. Für den Leistungsbereich 200-300 Watt ergibt sich ein Wasserfluss von 25-40 l/sec. Entsprechende Geländesituationen findet man sehr oft in hügeligen, wasserreichen Gegenden, z.B. in Zentralafrika, Asien und Südamerika. Die WIL 250 wurde hinsichtlich Material und Fertigungstechnologien so entwickelt, dass eine maximale Wertschöpfung im Projektland erfolgen kann. Dies wird durch die Verwendung lokal verfügbarer Materialien und die Fertigung vor Ort gewährleistet. Die Betreiber sollen nach einer Schulung in der Lage sein, das System selbst zu warten. Entsprechend sind die Anforderungen an Einfachheit, Robustheit und Gewicht. Für den Technologietransfer wurde bereits eine umfangreiche Dokumentation erstellt. Projektpartner des Projektes sind die Ostbayerische Technische Hochschule (OTH) Regensburg und die National Polytechnic Bamenda (NPB) in Kamerun. An der Berufsschule in Bamenda sollen StudentInnen im Rahmen des Projektes die nötigen Kenntnisse vermittelt und gemeinsam einige Systeme gebaut, installiert und betrieben werden. Die Projektdurchführung findet im Jahr 2015 statt.

Funktion der Kleinstwasserkraftanlage: Das Oberwasser des Flusses strömt durch ein schmales Einflussbecken (1) seitlich in die Einlaufkanäle am unteren Ende der Turbine (2) ein. Mit Hilfe des Saugrohres (3) wird das Wasser nach unten umgelenkt und bewegt so die Schaufeln des in der Turbine angebrachten Propellers (4). Mittels der Welle (5) wird die Drehbewegung des Propellers umgelenkt auf den Generator (6) am oberen Ende der Turbine. Dort entsteht die elektrische Energie, die beispielsweise in Strahlungsenergie (Licht) umgewandelt werden kann.

Funktion Kleinstwasserkraftanlage

Quelle: Ingenieure ohne Grenzen e.V.